Der Blinddarm, die Odyssee und das Krankenhaus

In letzter Zeit war es hier sehr ruhig. Zum einen, weil wir ja kein Internet hatten (mittlerweile schon, yeah!), zum anderen, weil ich im Krankenhaus war.

An meinem Geburtstag, Sonntag, 10. März, hatte ich bereits seit 24h Bauchkrämpfe. Keine Schmerzen, sondern immer wieder auftauchende fiese Krämpfe. Hab mir dabei aber nicht viel gedacht, auch wenn der Freund mich hat ständig merkwürdige Übungen machen lassen (weil er dachte, es wär der Blinddarm. Recht hatte er…). Also war das kein so gelungener Geburtstag, da ich den ganzen Sonntag lang im Bett lag und furchtbare Schmerzen hatte.

Montagmorgen ging es mir scheinbar besser, aber wir sind dennoch zum Arzt. Die erste hat uns abgewiesen, sie nimmt keine neuen Patienten. Auch keine möglichen Notfälle. Ja, danke. Also sind wir weiter. Wohlgemerkt tat mir immer noch alles weh und laufen war jetzt weniger schön.

In der zweiten Praxis hat dann die Schwester vergessen, der Ärztin zu melden, was ich hatte. Da saßen wir nun 2h ! und warteten. Ich hatte am Sonntag nicht viel gegessen, am Montag gar nichts. Herrlich. Trinken durfte ich dann irgendwann auch nichts mehr. Nachdem dann die Untersuchungen vorbei waren, wurde ich ins Krankenhaus überwiesen. Yeah. Also sofort hingedüst und da ging das weiter. Warten, untersucht werden, warten, untersucht werden…. das zog sich bis 14 Uhr. Um 8 Uhr waren wir beim ersten Arzt. Um alles auszuschließen, haben ungefähr 6 Leute auf meinem Bauch rumgedrückt, vom Studenten über die Ärztin, bis zum Chirurgen und Gyn. Letzterer durfte nochmal komplett untersuchen (völliger Quatsch, danke!).

Irgendwann waren wir dann mir allen Untersuchungen durch und ich durfte endlich auf mein Zimmer, das ja schon längst bereit stand. Dann drückten nochmal jede Menge Leute auf meinem Bauch herum (ich hab zwar jedes Mal geschrien, aber hey, macht das ruhig. Tut ja nicht weh). Und der OP Termin wurde auf Mitternacht angesetzt. MITTERNACHT. Hatte ich erwähnt, dass ich seit Sonntag nichts gegessen hatte? Ja? Cool.

Aber der Freund war unheimlich toll. Ist nur mal kurz nach Hause, um mir meine Sachen zu holen und sonst bis abends bei mir geblieben, den ganzen Montag hat er mich begleitet. Hat seinen Unikurs verschoben und war jeden einzelnen Tag bei mir. Wirklich wirklich toller Freund.

Die OP fand dann also tatsächlich kurz vor Mitternacht statt. Die Infusion hat mich soweit über den Tag dann gerettet (super Zeug, ehrlich!). Blöderweise hatte man vergessen, mir die Beruhigungstablette vorher zu geben. Tja. Dafür war der Anästhesist wirklich cool. Fragte mich vor der OP, wo wir denn hinreisen wollen. Lach. Wir hatten uns dann für eine kleine Insel bei Hawaii entschieden, das lenkte mich wirklich gut ab.

Nach der OP ging es leider gar nicht lustig weiter. Als ich aufwachte – noch im Operationssaal – bekam ich keine Luft und hatte solche Schmerzen, dass ich angefangen habe zu heulen. Und zwar richtig. Das war soweit ich weiß meine dritte Vollnarkose. Bisher hatte ich nach dem Aufwachen noch nie solche Schmerzen. Haben die das Mittel vergessen??? Das hielt gute 15 Min an und ehrlich, das war die Hölle. Statt in der Aufwachstation zu sein, hat man mich zu den Krankenschwestern gebracht und dort wurde ich mitten in der Nacht umhegt. Das war nett, aber auch notwendig, da ich die Nacht große Probleme hatte. Um 5 Uhr hat sich alles bei mir beruhigt und ich durfte endlich auf mein Zimmer.

Da man ja vor der Operation noch eine Bauchspiegelung macht, um mögliche weitere Infektionen zu entdecken, wird der Bauchbereich mit Luft oder Gasen aufgepumpt. Im Nachhinein hat man mindt. 7 Tage lang Probleme beim Atmen und höllische Schmerzen in den Lungen und an den Rippen. Ich fühlte mich, als hätte man Salsa auf mir getanzt. Oder um es mit den Worten einer Bekannten zu sagen „Hast Du Dich auch gefühlt, als hätten sie Dich vom OP-Tisch geschmissen?“ JA. Mehrmals. Au.

Die ersten Tage konnte ich nicht sitzen, laufen oder sonstwas. Bekam Schmerzmittel, von denen mir schlecht wurde und das ist mit Löchern im Bauch so gar nicht witzig. Aber es besserte sich. Und da ich anfangs ständig Schlafmittel zu den Tabletten oder über die Infusion bekam, ging es auch vorwärts. Mittwoch durfte ich das erste Mal etwas essen. MITTWOCH! Da hatte ich seit 3 Tagen nichts gegessen. Naja, so gefiel das meinem Magen dann auch 😉
Aber eins muss ich sagen: Das Pflegepersonal war super nett und hilfsbereit und teilweise sehr amüsant. Der Freund war jeden Tag da und brachte alles, was man so braucht.

Mittlerweile sind die Pflaster ab, ich bin nach 6 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden und kann wieder sitzen, sehr langsam laufen und mich alleine anziehen. Yeah 😀 Es ist also alles überstanden. DasEeinzige, was mich überraschte, waren dann doch die Schnitte. Es hieß ja, einen Schnitt und 2 Löcher. Der Schnitt stimmte, 2 cm links neben dem Bauchnabel. Ein Mini-Schnitt (1cm) unter dem Bauchnabel. Aber der dritte… locker 2cm IM Bauchnabel o.o Das sieht vielleicht komisch aus. Aber immerhin müssen keine Fäden gezogen werden. =)

Das war für mich ein ganz schönes Abenteuer und ich bin froh, dass das jemand mit mir durchstand und ich nicht alleine war.

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3 Gedanken zu „Der Blinddarm, die Odyssee und das Krankenhaus

  1. Das kling nach Spaß! 😉 Ich habe immer gedacht, dass man das heutztage irgendwie einfacher machen kann, so dass es nicht so schmerzhaft und langwierig ist. Da habe ich mich wohl getäuscht. Da hoffe mal, dass ich meinen Blinddarm noch ein wenig behalten kann…

    • Es ist ja auch Minimalinvasiv. Im Gegensatz zu meiner Mum habe ich halt keine 10cm Narbe, die fett und sichtbar ist. Sondern mit Glück gar keine Narben. Kein Fädenziehen usw.
      Das ich auf die Schmerzmittel reagiert habe, ist Pech, aber dafür kann ja keiner was. Und jeder reagiert anders auf so eine OP. Einige sind nach 4 Tagen raus aus dem KH, andere nach 10. Ich find, mit 6 Tagen bin ich da ganz gut dabei =) Aber ja, lieber den Blinddarm behalten 😉

  2. Pingback: Endlich gesund | katnissdean

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