Rezension: Das Herz des Sternenbringers – Priska Lo Cascio

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Buch: Das Herz des Sternenbringers
Autor: Priska Lo Cascio
Verlag: Thienemann
Seiten: 432 Seiten

Dieses Buch durfte ich als Wanderbuch lesen und es ist ein Debütroman diesen Jahres.

Meine Meinung:

Das Herz des Sternenbringers ist das Debüt der Autorin Priska Lo Cascio. Der historsche Roman erzählt die Ereignnise im Jahr 1066 zwischen den Herrschern Harald II. der Angelsachsen und Wilhelm I. der Normannen bis hin zur Schlacht bei Hastings.

Protagonisten sind dabei die Angelsächsin Alwynn und der Normanne mit angelsächsischen Wurzeln Garred, die sich in diesen Verstrickungen begegnen.

Die unterschiedlichen Lebensweisen und Ansichten kommen insgesamt im Buch wirklich gut rüber und es liest sich sehr flüssig und angenehm. die Geschichte wirkt real und glaubhaft dargestellt, die Charaktere lebensgetreu und natürlich. Die Story hat Humor, Trauer, Charme, Gefühl und schildert auch einige schlimme Ereignisse, wie sie damals eben geschehen sind.

Der historische Stoff und die ausgedachte Geschichte der Protagonisten überzeugt und lässt einen in die Welt der Normannen und Angelsachsen abtauchen. Ein Debüt, das wirklich überzeugt und dem Leser eine spannende Geschichte liefert.

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Der Wind der Erinnerung – Kimberley Wilkins

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Buch: Der Wind der Erinnerung
Autor: Kimberley Wilkins
Verlag: Droemer Knauer (August 2012)
Seiten: 496 Seiten

Das Buch kam als Wanderbuch zu mir und hat mir wirklich gut gefallen. Von der Autorin würde mich sicher noch das ein oder andere Buch interessieren.

Meine Meinung:

Das Buch „Der Wind der Erinnerung“ ist ein historischer Roman, der auf mehreren Ebenen spielt.

Einmal die Vergangenheitsepoche, die den Hauptteil des Buches einnimmt und dabei vor allem in den 1920ern und 1930ern spielt und noch etwas  von 1940 bis in die 1960er. Dieser Erzählstrang behandelt die Geschichte von Beattie Blaxland, einer jungen Frau aus Glasgow, die kein einfaches Leben hat, aber schließlich hart an sich arbeitet.

Der zweite Erzählstrang umfasst die Gegenwart und Beatties Enkelin Emma. Diese muss sich schließlich der Vergangenheit der Familie stellen und findet dabei so einiges über ihre Großmutter heraus, was keiner bis dahin wusste.

Beatties Geschichte ist berührend. Also wirklich berührend. Ich mochte ihren Charakter total gerne und habe immer mit ihr gelitten, wenn es wieder schlimmer wurde. Und das wurde es. Aber sie ist eine tapfere Frau, die trotz der schlechten Phasen durchhält und immer wieder etwas positives findet und ihr Leben gestaltet, wie es ihr gefällt. Einfach wunderbar.

Der Strang um Emma gefällt mir etwas weniger, aber auch sie ist ein charmanter Charakter.

Auch toll sind die verschiedenen Handlungsorte: Schottland, London, Sydney, Tasmanien. Die unterschiedlichen Landschaften und Kulturen sind toll beschrieben und dargestellt.

Insgesamt ist es dadurch aber ein stimmiges und in sich geschlossenes Buch, dass mir wirklich sehr gut gefallen hat. Es ist sehr toll geschrieben und lässt einen wunderbar ins Geschehen eintauchen.

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Töchter des Nordlichts – Christine Kabus

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Autor: Christine Kabus
Buch: Töchter des Nordlichts
Verlag: Bastei Lübbe (Februar 2014)
Seiten: 496 Seiten

Töchter des Nordlichts wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zugeschickt. Vielen Dank für dieses wunderbare Buch, es hat mir wirklich gut gefallen.

Geschickt fand ich auch die Verbindung zum Debütroman („Im Land der weiten Fjorde„) der Autorin, auf das in diesem Buch hier in Andeutungen eingegangen wird.

Meine Meinung:

4,5 Sterne.

Das zweite Buch von Christine Kabus gefällt mir ebenfalls sehr gut. Die Autorin hat einen angenehmen, fließenden Stil, der aber auch wunderschön beschreiben kann. Die Landschaften und Szenerien tauchen vor dem inneren Auge auf und die Thematiken des Buches sind wirklich interessant.

Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen – einmal auf der Ebene der Urgroßmutter anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Mitte und einmal in der Gegenwart. Dabei wird die samische Kultur und die norwegische Vergangenheit beleuchtet. Vor allem im 20. Jahrhundert gab es da sehr schlimme Vorfälle der Diskriminierung der Sami und dies wird hier in einem sehr gelungenen Familienepos aufgegriffen.

Die Charaktere sind durchaus vielschichtig und interessant, wobei ich vor allem die Vergangenheitsebene toll fand. Auf die übliche Liebesgeschichte in der Gegenwart könnte ich auch gut verzichten. Die ist für mich weder neu noch interessant, aber gut – Liebe gehört halt zum Leben dazu.

Die damaligen Geschehnisse, die kulturelle Entwicklung bis heute ist hingegen sehr spannend und scheint gut recherchiert. Es wirkt natürlich und lebhaft, deswegen umso grausamer und erfreulicher, je nachdem, was gerade geschieht 😉

Insgesamt ist es ein sehr gelungenes Buch, das vor allem durch die bewegende historische Geschichte besticht, herzliche und angenehme Protagonisten hat und rundum gut zu lesen ist.

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Das Mädchen aus Bernau – Charlotte Lyne

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Autor: Charlotte Lyne
Titel: Das Mädchen aus Bernau
Verlag: Bastei Lübbe (November 2013)
Seiten: 447 Seiten

Meine Meinung:

Das Mädchen aus Bernau ist ein historischer Roman, der im Spätmittelalter in den Jahren 1319-1325 spielt, zu einem Teil in Bernau und den Rest in Cölln-Berlin.

Die meisten Romane, die ich über das Mittelalter lese, beschäftigen sich mit den oberen Schichten und stellen oft die politischen Verwicklungen und Machenschaften dar. Hier geschieht es in einer anderen Ebene. Im Mittelpunkt steht die Bierbrauerfamilie Harzer, allen voran das jüngste Kind Magda. Auf die Familie wartet im Laufe der Zeit so manch herber Schlag und Verlust, doch sie ist bewunderswert und hält zusammen.

Magda ist nicht nur die Protagonistin sondern auch mein liebster Charakter. Ihren Brüder würde man gern mal ab und zu bis sehr häufig die Ohren lang ziehen, so unmöglich und dämlich benehmen sie sich. Aber das macht die ganze Geschichte auch so menschlich und greifbar.

Die politischen Sachen kommen hier also eher in der Rahmenhandlung und in den direkten oder indirekten Auswirkungen zum Tragen, aber eben anders als bei Romanen mit der Oberschicht als Thema. Für mich war das sehr spannend zu lesen.

Charlotte Lyne besticht mit einem guten und flüssigen Schreibstil, der es einem einfach ermöglicht, in der Geschichte abzutauchen. Es ist gut recherchiert und ausgearbeitet und man merkt die Liebe zu der Zeit und zu den Charakteren.

Das Buch besitzt ein kleines Glossar, aber leider keinen Kommentar von der Autorin zu Buch/historischer Epoche und Fiktion/Wahrheit. Das finde ich zwar persönlich Schade, aber der Geschichte tut das keinen Abbruch. Alles in allem also handelt es sich hierbei um einen fundierten und angenehm lesbaren historischen Roman, der sehr menschlich und nah wirkt.

 

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Die Australierin – Ulrike Renk

Die-Australierin-9783746630021_xxlBuch: Die Australierin
Autor: Ulrike Renk
Verlag: Aufbau TB (Oktober 2013)
Seiten: 512 Seiten

Ein historischer Roman des 19. Jahrhunderts, der auf einer wahren Begebenheit basiert.

Meine Meinung:

Der Titel des historischen Romanes „Die Australierin“ ist etwas irreführend. Nach Australien gelangt man erst nach 400 Seiten. Dem Inhalt tut das aber keinen Abbruch. Das Buch beruht auf einer wahren Geschichte.

Ganz im Gegenteil. Die Geschichte von Emilia (und später noch etwas von ihren Erben) ist sehr interessant. Man lernt sie als junges Mädel kennen und begleitet sie, bis sie mehrfache Großmutter ist. Emilia Bregartner ist ein wunderbarer Charakter, die in jungen Jahren durchaus etwas erlebt, aber dann sehr behütet aufwächst. Und sich zum Missfallen ihrer Tante und ihres Onkels in einen Kapitän verliebt. Für uns Leser und für Emma – der Spitzname von Emilia – sicherlich aber ein Glück. Denn Carl Lessing (ja, ein Verwandter von DEM Lessing) ist ein wunderbarer Mensch und gemeinsam erleben die beiden viele Abenteuer.

Die Geschichte ist wunderbar erzählt. Der Stil ist fließend und eingängig und man wird mit der Geschichte mitgetragen und kann wunderbar eintauchen. Es liest sich sehr schön und macht viel Spaß, Emilia auf ihrem Weg zu begleiten.

Emma hat wunderbare Eigenschaften. Am meisten bewundere ich, dass sie aus jeder Situation sich die guten Sachen rauspickt und das beste draus macht – sie nimmt sowohl die negativen als auch die positiven Dinge wahr und macht etwas drauf. Eine tolle Einstellung, die mir gut gefallen hat.

Das Leben auf See aber auch später in Australien ist anschaulich beschrieben und birgt viele Wunder. Man kann lachen und weinen und viel erleben auf diesem Weg. Es ist ein wunderbares Buch und ich hoffe, noch mehr von dieser Familie erfahren zu können – vielleicht wird es ja noch eine Art „Fortsetzung“ geben. Das wäre wirklich schön!

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Zeit der großen Worte – Herbert Günther

zeitBuch: Zeit der großen Worte
Autor: Herbert Günther
Verlag: Gerstenberg (Januar 2014)
Seiten: 315 Seiten

Das Buch über den 1. WK enthält neben der Geschichte noch einen sehr guten Anhang in Form einer Zeittafel zum Überblick über den Beginn und die Auslöser des 1. WK bis in die Konsequenzen des 2. WK und ein Glossar runden das Ganze ab.

Meine Meinung:

Zeit der großen Worte von Herbert Günther ist ein Roman, der zur Zeit des 1. Weltkrieges spielt und aus der Sicht des Anfangs 14jährigen Paul Hoffmann geschildert wird.

Dabei haben die Charaktere eine Lebensnähe, die sie sehr zugänglich machen. Auch die unterschiedlichen sozialen Werte und Normen der Zeit kommen sehr gut rüber und man spürt die Atmosphäre der gut.

Die Sichtweise des Jugendlichen über die Vorkriegs- und Kriegszeit ist sehr gelungen. Er ist jemand, der denkt und hinterfragt und nicht blind mitläuft. Die anderen Charaktere machen dabei einige Wandlungen durch, die aber sehr real wirken und so werden die unterschiedlichsten Ansichten der Zeit dargestellt.

Die Schwere, das drückende Schicksal kommt dabei gut rüber. Wie man die Hoffnung fast verliert, aber doch versucht zu behalten. Wie es weitergeht, obwohl die Zeiten so schwierig sind.

Das Buch ist sehr berührend und sehr gut geschrieben. Es entwickelt einen Sog, der einen in die Geschichte abtauchen lässt und das Geschehen gut miterleben.

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Die Rose von Darjeeling – Sylvia Lott

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Buch: Die Rose von Darjeeling
Autor: Sylvia Lott
Verlag: Blanvalet
Seiten: 639 Seiten

Meine Meinung:

Die Rose von Darjeeling ist der Debütroman der Autorin Sylvia Lott und ein wunderbares Wechselspiel aus Historischem Roman und Familiengeschichte, die sich bis ins Heute zieht.

So spielt der Strang in der Vergangenheit vor allem im Jahr 1930 mit den bezaubernen Protagonisten Kathryn, Carl und Gustav. Ihre Geschichte ist beschwingt und wunderbar, aber auch sehr traurig. Der Werdegang des Trios wird zudem nach und nach bis ins Jahr 1990 erzählt.

Der zweite Strang erzählt die Geschichte der Nachkommen im Jahr 2010.

Das verbindende Element ist zum einen die Liebesgeschichte, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart und die wunderbaren Rhododendren.

Das Buch spielt in Darjeeling, England und Deutschland. Es gibt eine Expedition nach Sikkim und die Landschaften werden wunderbar beschrieben. Es ist einfach nur herrlich zu lesen.

Vor allem das Trio der Vergangenheit hat mir auf der ersten Hälte des Buches so viel Freude und Glück beschert. Die Expedition war – bis zum Ende – ein Traum.
Auch der Gegenwartsstrang hat seine Höhen. Hier gab es dann gegen Ende hin ein bisschen viel gewollte Action – ein kleiner Erzählstrang, der für mich nicht notwendig war – aber ansonsten eine schöne Geschichte.

Insgesamt verzaubert das Buch mit detailreichen Landschaftsbeschreibungen, einer ausgefüllten Liebe zu Rhododendren und einer spürbaren und wunderbaren Liebesgeschichte, die anders als die der Konventionen ist, und schön und traurig zugleich. Ein Wohlfühlbuch für die Seele.

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