Lady Susan – Jane Austen

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Buch: Lady Susan
Autor: Jane Austen
Verlag: btb
Seiten: 176 Seiten

Lady Susan war der mir letzte unbekannte Roman von Jane Austen. Habe mir das Buch daher etwas aufgehoben. Jetzt bleiben mir nur noch ein paar der Kurzgeschichten und die Briefe. Und natürlich alles immer wieder zu lesen 😉

Meine Meinung:

Lady Susan ist der erste Roman von Jane Austen und zeitgleich ein Briefroman.

Nicht nur die Variante des Briefromans unterscheidet sich von ihren späteren Werken. Auch die Protagonistin und die Geschichte an sich unterscheidet sich sehr.

Lady Susan ist im Gegensatz zu Austen’s sonstigen Hauptcharakteren zwar ebenso charmant und wohlerzogen, aber eher egoistisch und heuchlerisch.

Die Geschichte sprüht vor Ironie, Witz und Überraschungen. Ich muss sagen, sie hat mir sehr gut gefallen, auch wenn sie sehr anders ist als ihre großen 6 Romane.

Ich muss ebenfalls sagen, dass ich für Lady Susan auch durchaus Achtung empfinde – auch wenn sie alles auf den Kopf stellt und ein paar Menschen unglücklich macht. Doch sie ist sehr schlau und weiß zu manipulieren und im Endeffekt möchte sie auch glücklich sein. Sie schreckt dabei eben nur nicht davor zurück, andere dabei unglücklich zu machen.

Man kommt sehr gut ins Buch rein und findet sich bald zurecht. Der Stil ist wie gewohnt angenehm zu lesen – durch die Kürze und die Variante des Briefromans doch natürlich auch etwas anders als gewohnt.

Insgesamt also ein erheiternder und überraschender Roman, der mir Spaß bereitet und mich durchaus ungläubig zurücklässt. Aber genauso gut ausgearbeitet worden ist, wie Jane Austens andere Romane.

 

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Verstand und Gefühl – Jane Austen

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Buch: Verstand und Gefühl
Autor: Jane Austen
Verlag: Reclam (Juli 2013)
Seiten: 465 Seiten

Obwohl ich alle Jane Austen Romane ja zu Hause habe konnte ich an dem wunderbaren Reclam-Schuber nicht vorbeigehen.
Verstand und Gefühl habe ich bereits irgendwann vor 2008 das erste Mal gelesen. Im Zusammenhang mit der Klassiker-Leserunde fand nun ein Reread für mich statt, durch den ich das Buch noch wunderbarer finde.

Meine Meinung:

Jane Austen hat einen wunderbaren Schreibstil, der mich immer wieder gefangen nimmt und mit ihren Heldinnen leiden und freuen lässt. Die genauen Betrachtungen ihrer Zeit, von Charakter, Sitte und Moral sind äußerst interessant und spannend zu lesen und sie versteht es, diese wahren Dinge in eine wunderbare Geschichte zu verpacken.

Der Titel Verstand und Gefühl charakterisiert die beiden recht gegensätzlichen Schwestern Elinor und Marianne Dashwood. Die eine vernünftig und wohlerzogen, die andere herzhaft und überschäumend. Beide müssen im Buch dazulernen, beide viele Intrigen, gesellschaftliche Zwänge und andere Dinge über sich ergehen lassen, bis sie zu ihrem Glück finden können.

Dabei kann man wunderbar in die damalige Zeit abtauchen und sie miterleben, die Geschichte nachvollziehen und mit den Protagonistinnen mitfühlen. Auch die Nebencharaktere sind wundervoll entworfen und spielen hervorragend zusammen.

Insgesamt liebe ich das Buch nun noch mehr als ohnehin schon und finde die Geschichte der Schwestern wirklich sehr sehr schön.

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Weihnachtsgeschichten – Charles Dickens

weihnachtsgeschichten-9783704310361_mBuch: Weihnachtsgeschichten
Autor: Charles Dickens
Verlag: Neuer Kaiser Verlag (1985)
Seiten: 255 Seiten

Meine Ausgabe der Weihnachtsgeschichten ist die HC-Variante des Neuen Kaiser Verlages von 1985. Darin enthalten sind drei weihnachtliche Geschichten von Charles Dickens: Der Weihnachtsabend (Eine Weihnachtsgeschichte), Das Heimchen am Herd, Silvesterglocken.

Meine Meinung:

Die Übersetzung von H. Lorenz ist in diesem Buch recht gut gelungen. Im Vergleich mit anderen Ausgaben bei unserer Leserunde ist aufgefallen, dass bei einigen merkwürdige Ausdrücke verwendet wurden oder es Unklarheiten gab. Ich muss sagen, dass meine Übersetzung da nicht so viele sprachliche Fragen aufwarf und man recht genau wusste, woran man ist.

Eine Weihnachtsgeschichte

Ebenezer Scrooge ist ein großer Grieskram, Einzelgänger und Pedant. Er verachtet Weihnachten und eigentlich auch jegliche Freude. Er hat keine Freunde und seine übrige Familie bemüht sich noch ein wenig – aber erfolglos.
So werden ihm also 3 Geister der Weihnacht geschickt, um ihn auf einen besseren Weg zu bringen.

Ich muss sagen, dass mir die Geschichte wirklich sehr gefällt. Es ist berührend und traurig und schön. Das Ende rührt einen zu einem Freundentränchen und die Geschehnisse vorher lassen einen auch über sich selbst grübeln. Man spürt definitiv den Geist und die Freude der Weihnacht. Des Gebens, des Liebens, des Seins.

Das Heimchen am Herde

Die zweite Geschichte ist wesentlich humorvoller und ironischer. Hier wird der Fokus auf ein Ehepaar gelegt, kurz vor seinem ersten Hochzeitstage. Sie sehr jung und übermütig, er älter und ruhig. Ihr Glück wird getrübt durch den überheblichen Spielzeugfabrikanten. Danach kommt doch auch hier wieder alles rechte ans Licht und Veränderungen bahnen sich an 🙂

Der Stil ist schon anders, vielleicht liegt es auch an dem eher heiteren Ton, der durchaus ins ironische schlägt. zu Anfang ist es eine wunderbar warme Geschichte, die einen spannenden und kurz traurigen Mittelteil erlebt um dann doch wieder weihnachtlich schön zu werden.

Die Silvesterglocken

Die dritte Geschichte ist wesentlich düsterer und dunkler und klärt sich erst zum Ende hin fröhlich auf. Dafür ist sie sicherlich ein Feuerwerk an Schicksalsschlägen und Geschehnissen, die alle nur wegen eines Fehlers geschehen. Ich denke, hier kann man wieder sehr viel rausziehen und die Menschen betrachten, die Möglichkeiten und wie einzelne Dinge zu ganz anderen Schicksalen führen können.

Insgesamt:

Das Buch ist mit dem Cover und dem wunderbaren Einband wirklich sehr schön aufgemacht. Leider sind keine Zeichnungen vorhanden, was ich immer bei solchen Büchern bevorzuge, aber es ist trotzdem eine gute Ausgabe.

Die Übersetzung scheint soweit in Ordnung zu sein und lässt sich gut lesen. Sicherlich – da meine Ausgabe fast 30 Jahre alt ist – ist sie nicht so modern, doch ich finde sie gut.

 

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Die Nibelungensage

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Buch: Die Nibelungensage
Nacherzählt von: Alfred Carl Groeger
Seiten: 80 Seiten
Verlag: Hamburger Lesehefte

Nach Beowulf ist das mein 2. Heldenepos. Dieses Heldenlied entstand vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts, auch wenn die Sage wesentlich älter ist und aus der Völkerwanderungszeit stammt.

Meine Meinung:

Was mir gut gefallen hat ist, dass es wirklich gut zu lesen ist. Aus dem mittelalterlichen Text hat es in den Hamburger Leseheften Alfred Carl Groeger ins modernere Deutsch übersetzt.

Obwohl das Epos in dieser Form recht kurz ist und über Jahrzehnte berichtet werden, ist die Zeit doch so gut dargestellt, dass es gut vorstellbar und nachvollziehbar für den Leser ist. Mit wenigen Worten wird hier eine umfangreiche Geschichte skizziert, die von Rache und Schuld spricht, und von dem was daraus schreckliches passiert.

Die einzelnen Taten können beim heutigen Leser nur Kopfschüttelb verursachen – ich denke mal, das sollen sie auch. Denn die Rache und die bösen Gedanken enden in einem fürchterlichen Gemetzel, das weit von ehrenwert entfernt ist und traurig und schockiert stimmt.

In dem Sinne ist es definitiv lesenswert und man findet in diesen Zeilen eine Menge Gedanken wieder, die einen zum Nachdenken anregen und über die Geschehnisse grübeln lassen.

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Der grüne Blitz – Jules Verne

36a72-jules_vernes_schuber_kleinBuch: Der grüne Blitz
Autor: Jules Verne
Verlag: mare
Seiten: 284 Seiten

Dieses Buch durfte ich in einer Leserunde auf Lovelybooks lesen. Die Gestaltung ist so liebevoll und wunderschön, dass sie einfach nur gefallen kann. Ein Buch für Liebhaber, zum Verschenken und für die eigene Bibliothek.

Meine Meinung:

Der grüne Blitz ist der wohl einzige Liebesroman von Jules Verne. Das Phänomen des grünen Blitzes gibt es tatsächlich und man kann es nur zu bestimmten Bedingungen beobachten: an einem Meereshorizont ohne ein Wölkchen oder Nebel beim Sonnenuntergang, kurz vor dem Verschwinden der Sonne.

Dieses Phänomen ist der Aufhänger zu der Geschichte. Denn die junge Helena, die von ihren gutmütigen Onkeln aufgezogen wird, möchte unbedingt diesen Blitz sehen. Erst danach will sie über eine Heirat sprechen. Während ihre Onkel eine völlig falsche Partie für sie im Sinne haben (sie sind wirklich zu reizend und zu naiv!), lernt man den wahren Mann dann während der Reise zum grünen Blitz kennen.

Jules Verne versteht es hier wunderbar, Humor, Landschaftsbilder, wissenschaftliche Phänomene und skurrile, liebenswürdie und charmante Charaktere miteinander zu verbinden. Die Geschichte ist sehr lebendig und man kann tief hineintauchen.

Diese besondere Ausgabe kommt daher in einem Schuber, mit einem schönen Hardcover und Lesebändchen sowie vielen tollen Zeichnungen, die das Geschehen noch einmal verdeutlichen.

Es macht sehr viel Spaß zu lesen, man muss ständig schmunzeln und auch das ein oder andere Abenteuer gilt es zu erleben. Gewürzt ist es mit der wunderbaren schottischen Natur und ein bisschen Romantik. Ein wirklich wunderbares Buch.

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Vom Winde verweht – Margaret Mitchell

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Buch: Vom Winde verweht
Autor: Margaret Mitchell
Verlag: Weltbild
Seiten: 1135 Seiten

Vor etlichen Jahren lieh mir meine beste Freundin dieses Buch. Vor einigen Monaten wollten auf Lovelybooks ein paar Bekannte eine Leserunde dazu starten und so suchte ich nach einer eigenen Ausgabe – immerhin die Gelegenheit, sich das Buch doch noch zu beschaffen und ein zweites Mal zu lesen. Dank Hugendubel hatte ich da auch mächtig Glück – eine tolle HC-Ausgabe für 5 Euro – kein Mängelexemplar. Aber ansonsten lohnt es sich auch trotzdem, sich das Buch zuzulegen 😉

Wer hier allerdings eine kitschige Liebesgeschichte erwartet ist ziemlich falsch dran. In der Leserunde hat eine sogar das Buch abgebrochen, weil es ihr zu wenig Liebe war. Das kommt auf den Ansichtspunkt drauf an – es ist halt ziemlich anders dargestellt als in heutigen Liebesromanen, sehr authentisch, sehr zerbrechlich, sehr hart.

Meine Meinung:

„Vom Winde verweht“ habe ich bereits vor knapp 8 Jahren das erste Mal gelesen. Und war damals schon hin und weg von dieser dramatischen und realistischen Geschichte, einem wahren Gesellschaftsportrait der Zeit vor, während und nach des Sezessionskrieges.

Mittelpunkt der Geschichte bildet die 16jährige Scarlett O’Hara – ein verwöhnter, egoistischer Backfisch, der nichts mehr liebt als sich selbst. Und durch den harten Krieg und die vielen Leiden sich durchkämpfen muss. Früher oder später muss man Scarlett einfach bewundern – ihre Stärke, ihre Authenzität, die sie trotz all ihrer Fehler hat.

Das Buch begleitet Scarlett 12 Jahre lang, in dem sie während dieser stürmischen Zeiten und dem Untergang ihrer Kultur so einiges erlebt, leidet und verliert. Es ist schrecklich zu lesen – kommt dabei aber sehr echt und wahr herüber.

In ihrem Leben spielen viele Figuren eine Rolle, die sie in ihrer Charaktereigenenart aber nicht als diese erkennt. Wer aber denkt, er bekommt hier eine kitschige Liebesgeschichte mit Rhett Butler – den muss ich enttäuschen. Die Liebe spielt eine Rolle, Rhett spielt eine fabelhafte Rolle – aber man sollte sich darauf gefasst machen, dass es hier um weit mehr geht.

Es gibt wunderbare Beschreibungen, herrliche Geschichten, grausame Tragödien und ein großes Leben voller Leid und Ereignissen. Aber für mich ist das viel mehr Wert als eine simple Liebesgeschichte. Das Buch erzählt so viel mehr, es ist so viel komplexer, dass es eine wahre Lesefreude ist.

Mitchells Stil ist unvergleichlich und ich schätze ihre Liebe zum Detail und ihre wunderbare, bildliche Art zu erzählen. Auch wenn manche Jahre wie im Fluge vergehen und in kurzen Absätzen gehandelt werden, werden andere so geschildert, dass man sich nicht nur als Zuschauer fühlt.

Ein fabelhaftes und berührendes Buch. Immer wieder.

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Der große Gatsby – F. Scott Fitzgerald

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Buch: Der große Gatsby
Autor: F. Scott Fitzgerald
Verlag: Anaconda
Seiten: 220

Das Buch habe ich gemeinsam mit der Klassiker-Leserunde auf Lovelybooks gelesen. Ich hatte es in 2 Tagen durch – eigentlich wäre es in ein paar Stunden fertig zu lesen. Es ist einfach so großartig und ja auch an sich nicht dick an Seiten – aber an Inhalt zwischen den Zeilen.
Das Buch vom Anaconda-Verlag kann ich nur empfehlen. Tolles HC und dabei preislich sehr fair.

Meine Meinung:

Der große Gatsby ist zwar ein recht kurzer, aber sehr intensiver Klassiker, dessen Atmosphäre einen gefangen nimmt und dessen Geschichte sich definitiv einprägt. Man sieht die schönen und dunklen Seiten der goldenen 20er und besonders in Gatsbys Haus kommen die schillernden und ausschweifenden Partys in voller Geltung daher.

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Nick Carraway, der in das Haus neben Gatsbys zieht – und so die Bekanntschaft seines Nachbarn macht, der ihn in das schillernde Leben zieht, in seine eigene Geschichte und die ihn zum Erzähler dessen macht, was dort vorgefallen ist. Eine tragische Geschichte, eine sumpfige Gesellschaft und ein fabelhafter Stil treffen hier vortrefflich aufeinander.

Das Buch liest sich ausgezeichnet, der Stil ist sehr flüssig. Allerdings wird hier auch viel zwischen den Zeilen erzählt, sodass man doch aufmerksam sein muss, um die komplette Bedeutung zu erleben. Aber dennoch entsteht ein sehr lebhaftes Bild und ein wunderbares Kopfkino der 20er Jahre wird hier gezeichnet.

 

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